Techstack

Wenn man acht Stunden am Tag vor der Kiste sitzt, dann ist der persönlicher TechStack auch ein Stück Alltagskultur. Manchmal auch ein wenig Technokult;)

Anwendungen

Egal ob auf meinem heimschen Linux oder dienstlichen Windows, Anwendungen die ich zu 98% nutze:

  • Firefox als Browser, den der hat im Gegensatz zu Chrome Schlüsselwörter womit ich mit meinen bookmarks zu den wichtigsten deeplinks komme (p Katze geht dann direkt zu Wikipedia). Mehr Bookmarks nutze ich nicht, wichtige links schreibe ich in mein Team oder persönliches Wiki. Addons habe ich nur ganz wenige:
  • das vanilla Gnome Terminal als CLI, aber auch als prompt für andere Anwendungen und meiner bashrc.
    • am dienstlichen Windows das alles in einem WSL, das ist nicht die native Linuxintegration, aber ganz ok.
  • Als Texteditor geany vor allem für Markdown, meist in Wikis und um ein bisschen zum coden. Auch wenn mich richtige Programmier dafür ständig auslachen und mir die aktuellste und coolste IDE empfehlen, geany hat alles was ich brauche und ein Umlernen bringt mir gefühlt kein Vorteil. Denn geany ist leicht, Windows und Linux fähig, hat shortcuts, kann autocomplete, highlighting, folding, hat ein Inhaltsverzeichnis und blockmodus. Ich brauch auch gar keine IDE die git, make, curl oder podman ausführt, dazu hab ich das Terminal.
  • Thunderbird für mails. Auf Arbeit habe ich mails in einem Browsertab, der Outlookmailwebclient ist imho besser als der Fatclient.

Um mit den ganzen Fenstern klar zu kommen, die Gnomeextension workspace-matrix in einer Matrix aus 2x2, was kürzere Wege ermöglicht, auf Windows dann halt auf vier virtuelle Desktops nebeneinander verteilt. Die restlichen 2% sind hauptsächlich noch cli tools oder libraries.

Todo

Im Team nutze ich für Aufgabenverwaltung Issuetracking. Privat habe ich rememberthemilk weil das shortcuts hat (milch kaufen !1 #konsum) und Listen. Leider kan man in rememberthemilk nur Prios ( 1, 2. 3) vergeben und keine Reihenfolge festlegen. Langfristige Aufgaben (z.B. eine neue Küche einbauen) habe ich als Liste in meinem persönlichen Wiki.
Eigentlich hätte ich da auch gern etwas, was sich in mein persönliches Wiki integriert, aber mehrer Versuche mit todotxt oder gitjournal.io haben mich (noch) nicht überzeugt.

Mails

Für mails nutze ich mailbox.org als Provider und unterwegs oder in der Arbeit deren Webclient. Als Anwendung auf dem Mobilteil K-9 Mail und als Desktop Anwendung Thunderbird.

news

Neben normalen mails bekomme ich auch meine RSS-Feeds mit rss2email in einen extra Mailordner. Mit RSS bekomme ich nicht nur blog feeds, sondern auch meine Beobachtungslisten aus Wikis oder gitrepos.

  • Das spart mir das accounteingerichte und extra Apps auf Mobilteil und Desktop.
  • Außerdem synchronisiert ein mailordner perfekt und ich muss nicht feeds auf mobil und Desktop zwei mal verwalten.
  • Ich sehe un- und gelesene feeds.
  • Kann drüber scannen was dringend sein könnte und das unglesen lassen was ich mir langfristig anschauen will.
  • Das wichtigste ist aber das man wenn zuviel kommt und der feed-Ordner veraltet und überläuft, man mit delete all auf inbox zero kommt. Ein feature was man in social media nicht hat, oder nach Willen der Plattformen nie haben soll.

ActivityPub aka mastodon hab ich nur im browser. Podcasts höre ich so wenige, das ich die selektiv runter lade und mit vlc am Mobilteil höre.

Books

Bücher am liebsten auf Papier. Die Papierbücherhaptik ist definitiv gut, auch wenn da natürlich kulturbürgerlicher Habitus mit schwingt. Ein weiterer Vorteil von Papierbüchern ist, man kann Notitzen im Buch direkt am Text machen.
Aber Papier ist schwer. Im Bett, auf der Couch, im Rucksack auf der Bahnfahrt. Ein ebookreader ist da wesentlich leichter. Wichtige Bücher die ich echt schätze kauf ich immer noch gern auf Papier und stelle sie mir nach dem Lesen ins Regal. Die Grundversorgung läuft über ebooks ganz gut.

Ich hab ein Pocketbook weil mir Kindle zu Amazon und der Tolino zu Boomer ist. Ein bisschen nervig ist Pocketbook, weil man ebook aus anderen Quellen, z.B. bookzilla.de über deren Cloud hochladen und synchronisieren muss, aber immerhin gehts, im Gegensatz zum Kindle. Und auch wenn das bookzilla.de Konto auf den Tolino synchronisiert bekomme, ebooks von Drittanbietern (z.B. ebook beim Verlag selber gekauft) bekomme ich wiederum auf den Tolino nicht drauf. Pocketbook tut was es soll.

Was mir aber bei allen fehlt ist das den Screensaver mit eigenem Content belegen kann. Ich brauch da gar nicht das Bookcover. Wäre mir lieber der würde morgens um 6.00 Uhr das aktuelle Tageswetter anzeigen und wenn der Reader eh rum liegt seh ich ich das dann.

Linux

Ich nutze Linux. Linux ist ein Betriebssystem und kümmert sich das deine Software auch auf deiner Hardware läuft. Das ist neben CPU, Speicher und Festplatte auf dem Desktop auch hibernate, sound, USB, WLAN und bluetooth etc. Das war bei Linux in der Vergangeheit ein Problem, inzwischen sind aber die meisten Laptops voll linuxfähig, auch wenn man sich vor dem Kauf oder Umstieg ein wenig einlesen muss. Aber Thinkpads gehen immer;) Dazu als Desktop-Umgebung Gnome der Fenster anordnet und screenshots macht.

Praktisch gesehen hat für mich Linux den Vorteil stabiler und ressourcenschonder zu sein. Ich nutze Linux seit 2004 und hab seitdem kein neuen Rechner mehr gekauft, sondern nur alte Leasingrückläufer die für das neuste Windows leider zu schmal waren. Mein aktueller Laptop, ein Thinkpad T440s, ist 7 Jahre in meinem Besitz und für 350 € gebraucht gekauft. Nachhaltigkeit, Oida!
Und Linux braucht weniger Energie, so springt der nervige Lüfter seltener an und alles ist ruhiger.

In zweiter Instanz natürlich auch der Faktor das ich als Sysadmin oder Devopsengineer oder wie auch immer man mein Job in dieser Jahreszeit nennt, auf dem Server das gleiche Betriebssystem habe wie lokal: Auf uberspace.de wo ich die meisten meiner privaten Websiten oder Apps hab. Oder auf meinem Raspberry oder wo auch immer. Dienstlich mach ich gar nicht mehr soviel mit Server, sondern fast nur noch Kubernets. Aber Kubernetes besteht nur aus 2 Dingen: yaml files Horror und Linux voll ausgefahren. Wer Linux kann, der kann auch Kubernetes.

Natürlich ist Linuxuser sein auch immer ein Habitus. So wie Apple User sein. Linux zu benutzen ist aber auch immer ein bisschen Angeberei das mans halt kann. Genauso wie Apple, das mans sich halt leisten kann.

Ich kann Linux aber nur nutzen weil ich ein recht spezifisches Toolset habe. Browser, Texteditor, Thunderbird und ein Terminal. Ab und zu mal Bildbearbeitung mit Gimp oder Tabellenkalkulation mit LibreOffice. Wenn ich irgendeine Spezialsoftware, Photoshop, CAD nutzen müsste oder ganz was Spezielles spielen wöllte, könnte das ganz anders aussehen.
Linux auf dem Desktop hängt von den Anwendungen ab: LibreOffice hat soweit ich das mitbekommen habe gut aufgeholt, aber Office Suites gehen sowieso in die Cloud und mit GoogleDocs oder MS 365, aber auch mit Collabra/Nexcloud auch auf den Browser. Und sehr viel Anwendungssoftware ist heute auch schon im Browser. Auch abseits vom Browser wachsen Alternativen: Steam der Spieleplattform-Platzhirsch verteilt das linux-basierte SteamOS und ist schneller als Windows. Man muss bei seiner Linux-auf-dem-Desktop Strategie beachten in welchen dunklen Ecken sich noch ein blumenkuebelmanager2000.exe rumtreibt, den man nicht migrieren kann oder will. Aber die meisten Techstacks sind dann genau eins: Webbrowser. Webbrowser für mails, chats, Filme, Einkaufen, sogar Bildbearbeitung, etc. Dafür genügt eine consumerfriendly Linuxdistribution, z.B. Ubuntu, locker.

Mobilteil

Die einen nennen es Handy, Smartphone, Natel, Komset oder Cellphone. Aber eigentlich geht es doch um etwas Elektronik für Unterwegs, meist zum kommunizieren. Auch wenn man nur telefonieren, oder auch gerade das nicht, will.

Ich vermeide Apps wo es nur geht, den ich will nicht alle naselang irgendwas installieren, updaten um dann eine Anwendung zu haben die ohne Internet auch nicht geht. An App is a thin client whose main job is to fetch data from an API and render it onto native views. Ich will keinen App-Zwang. Ich will die mobiloptimierte Seite mit meinem Browser aufrufen.

Ausnahme sind nur native Anwendungen Telefonie und Kamera, aber auch Mailclient alle Chatclients, Kalender und ein Firefox. Dazu:

Was ich notgedrungen nehmen muss, aber lieber los werden würde:

  • die Bahnapp. Den die braucht für die Verbindungen eh Internet. Und für mein digitales Ticket kann ich auch die mail mit dem QR-Code vorzeige (klappt einwandfrei).
  • noch eine Bahnapp für das 49€-Ticket meines Regionalverkehrsdienstleister.
  • Bankapp für die 2FA, aber warum kann meine Bank nicht einfach meinen Yubikey akzeptieren.

Karten

Karten braucht man nicht nur um von A nach B zu kommen, Karten sind eine Wissenquelle. Meine Lieblingskarte ist openstreetmap, nicht nur weil es freie Daten sind, sondern weil OSM auch einen tiefen Detailierungsgrad hat. Den man selbst mit verbessern kann. Und es gibt im OSM Universum noch soviel mehr: opentopomap wenn man zur Fuß raus will oder openinframap wenn man sich für Stromnetze und Energieversorgung interessiert; um nur die zu nennen die ich sehr gern nutze.

Aber meistens braucht man Karten dann doch um von A nach B zu kommen. Zur Navigation auf dem Mobilteil nutze ich osmand. Eine Anwendungen die ich vor allem offlinefähig haben will. Den die brauch ich vor allem in der hinterletzten Pampa, kurz hinter Edgeland. OSMand geht gut mit dem Auto, aber noch besser wenn man mit dem Fahrrad oder zur Fuß unterwegs ist, um vor allem von Verkehrsstraßen abseitige Wege oder Schleichwege zu finden. Klappt auch wenn man durch unbekanntes Gebiet Quer-Feld-Ein will.

Dazu noch Reliefkarten der Alpen und Europas und ein Globus wegen der Mercator projection.

Hardware

Laptop
Thinkpads seit Jahren. Sind schwarz, robust, voll linuxfähig und oft als Leasingrückläufer günstig zu bekommen.
Bildschirm
Genau einen 24"-Bildschirm. So Financebro-Setups mit mehreren Bildschirmen brauchen nur Platz, verstauben und man muss den Kopf mehr drehen. Braucht man nur wenn man ein Stahlwerk mit vielen Monitoring-Systemen im Augenwinkel überwachen muss. Ich habe meine Anwendungen auf vier virtuellen Desktops verteilt.
Tastatur
die Cherry G230 (auch CHERRY Stream 3.0). Sehr flache Tasten, guter Anschlag. Da die leider nicht mehr hergestellt wird, hab ich noch 2 Stück aus einer Aussonderungskiste retten können.
Sound
Ein Sennheiser MB Pro 1 mit einem Ohrhörer für Videokonferenzen. Ein Bose Quiet Comfort 35 für Musik oder Stille. Für Musik in Wohnzimmer oder Küche die SHIFTsound SP.

tl;dr

Linux ist super, ich nutze zu 98% den Firefox, Geany und die shell. Auf dem Mobilteil wenige apps, außer osm. Rss in die emails und Mastodon im Browser. Der ebookreader tut was er soll.

Wenn ich dann doch noch richtige Arbeit, mehr im physischen Sinne mache, dann habe ich noch ein Stack an richtigen Werkzeug.